Kirchengemeinde St. Johannis

Dorfstraße 6

24582 Brügge

 
 

Letzte Änderung  Sta., Ha.  02.02.2012

Das Montessori Kinderhaus an St. Johannis

Ha.
... bei der Filzaktion

Seit 1990 gibt es das Montessori Kinderhaus an St. Johannis. Nach den ersten Anfängen hat sich die ehemalige Evangelische Kinderstunde inzwischen zu einer anerkannten Einrichtung weiter entwickelt. Zur Zeit werden hier von Montag bis Freitag vormittags maximal 18 Kinder zwischen drei Jahren und dem Schulalter von Wiebke Hamann und Rita Britschin betreut. Und nachdem unsere beiden Mitarbeiterinnen ihre Fortbildung zur Montessori-Pädagogin mit Erfolg abgeschlossen haben, ist die Kirchengemeinde autorisiert, nun auch offiziell den Namen Montessori Kinderhaus für die Kinderarbeit zu nutzen.

Das pädagogische Konzept wird von zwei Säulen getragen: einerseits steht selbstverständlich eine christliche Ausrichtung im Vordergrund. Das Montessori Kinderhaus versteht sich als Dienst der Ev.-Luth. Kirche an Eltern und Kindern, unabhängig vom religiösen Bekenntnis und von der Nationalität der Familien.

Die zweite große Säule bildet die Montessori-Pädagogik, die schrittweise mehr und mehr Grundlage der Arbeit mit den Kindern wird. Nach den Prinzipien der italienischen Kinderärztin Maria Montessori werden die Kinder konsequent angeleitet, ihre eigene, natürliche Neugierde auf die Arbeit mit eigens für die Montessori-Pädagogik konzipierten Materialien zu entwickeln. Spielerisch erarbeiten sich die Kinder so Grundfertigkeiten, die im täglichen Leben und in der Schule unverzichtbar sind. Natürlich sind der Umsetzung der Prinzipien der Montessori-Pädagogik finanzielle Grenzen gesetzt. Die Anschaffung der Materialien - aus Holz und anderen Naturmaterialien handwerklich aufwendig gefertigt - stellt für eine kleine Einrichtung durchaus eine Herausforderung dar. Aber mit Hilfe von Spenden und Kollekten soll dieser Schwerpunkt zukünftig immer weiter ausgebaut werden.

Ein Schwerpunkt des Montessori Kinderhauses St. Johannis ist es, die Kinder die Dinge des täglichen Lebens möglichst naturnah erfahren zu lassen. So war klar, dass das Angebot einer Mutter, mit den Kindern zu filzen, nicht einfach für sich dastehen konnte, sondern in einem Projekt verpackt wurde. Das Kinderhaus ging der Wolle auf den Grund und startete dieses Projekt mit einem Besuch in der Schäferei Siebels. Dort gab es zunächst auf einem riesigen Strohbett ein Frühstück, anschließend war den ganzen Vormittag Zeit, Lämmer mit ihren Müttern zu beobachten. Die Kinder erfuhren, warum es ein "Kinderzimmer" gibt, in dem Schafe durch das Saugen an den Gummizitzen einer Maschine ernährt werden, und warum ein "Babyzimmer", in dem die Schäferin die Lämmer mit der Flasche säugt. Die Kinder konnten Schafe streicheln und erfühlten und erfuhren, dass die Wolle der Lämmer, die länger als gewöhnlich im Mutterleib waren, nicht so flauschig, sondern viel härter als die der anderen Lämmer ist. Die Kinder wissen jetzt auch, dass Lämmer und Mutterschaf mit der gleichen Nummer gestempelt werden - nicht, weil die Lämmer lesen können, sondern damit der Schäfer im Bedarfsfall Mutter und Kinder zusammenführen kann. Mit so viel Wissen im Gepäck ging es zurück ins Magister-Owmann-Haus, wo anschließend an mehreren Tagen in kleinen Gruppen mit riesigem Spaß und unendlich viel Geduld gefilzt wurde. Eingerahmt wurde das Ganze von Geschichten rund um das Weben und Spinnen und einer Klanggeschichte von Schäfchen Fluse und Schäfchen Flocke.

 

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